Mehr über die Taglilie
Der botanische Name: |
| Verbreitung und Standortbeschreibung:
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| Geschichte: Taglilien hatten schon im alten China einen festen Platz in der Medizin und waren als Gemüse geschätzt. In einem Gedicht aus der Zeit um 500 v. Chr. ist von der Taglilie zu lesen und die ersten Abbildungen stammen von 1059 n. Chr. In einem 1688 in China erschienenen „Blumenspiegel“ werden 3 Formen der Taglilie vorgestellt, eine gelbe, eine rötlich überhauchte und eine solche gefüllte. In Europa tauchen Taglilien erst 1576 in Schrift und Bild auf: Hemerocallis flava (syn. H. lilioasphodelus) und H. fulva. Weitere folgen, bis um1900 die systematische Züchtung in England, Italien und vor allem in den USA begann. 1946 wurde die AHS (American Hemerocallis Society) gegründet, die weltweit für die Registrierung der Hemerocallis-Neuzüchtungen zuständig ist. So kommen zu den etwa 52000 verschiedenen Sorten jährlich 2000 neue Registrierungen dazu. |
| Pflanzenbeschreibung: Die Taglilie ist eine Staude, also eine mehrjährige, krautige Pflanze und besitzt dickfleischige, sternförmig auseinander laufende Wurzeln, oft auch als stark verdickte Wurzelknollen, flach unter der Erdoberfläche. Die Blätter erinnern an Lauch oder Porree und entwickeln sich direkt über dem Boden, sind parallelnervig, linealisch und entlang der Mittelrippe gefaltet. Meist zieht das Laub im Winter ein (dorment), aber besonders die neueren Züchtungen sind auch immergrün (evergreen) oder halbimmergrün (semievergreen). Der rundliche Schaft des zymösen Blütenstandes erreicht eine Höhe von 30 bis über 180 cm und - wenn es eine wertvolle Art oder Sorte ist - ist er im oberen Drittel mehrfach verzweigt, um eine größere Anzahl von Einzelblüten tragen zu können: 10 bis 20, 30, ja sogar bis zu 60 Blüten. Die zwittrige Blüte ist 3-zählig mit 6 Staubblättern und einem längeren oberständigen Fruchtknoten. Die 3 äußeren Blütenblätter sind oft leicht schmäler als die 3 inneren und unterschiedlich lang miteinander zu einer Röhre verwachsen. Bei den gefüllten Arten sind die Staubblätter ganz oder teilweise in Blütenblätter umgewandelt. Sporadisch aber selten können vierzählige Einzelblüten auftreten. Die Taglilie blüht grundsätzlich für die Dauer von nur einen Tag, daher ihr Name - die meisten vom Morgen bis zum Abend (ca. 8 bis 22-24 Uhr), andere sind Nachtblüher (ca. 22 Uhr bis zum nächsten Abend). Ihre Blütezeit reicht von Ende Mai bis zum ersten Frost, ihre Hauptblüte liegt im Juli. Die Blütenfarbe der Wildarten reicht von gelb bis gelborange (ca.20 Arten), dazu eine in Rotbraun (H. fulva und Varietäten). Aus diesen zwei Farben wurde seit ca. 1900 eine Fülle von Hybriden gezüchtet, die durch eine Farbenvielfalt besticht von fast weiß über creme, gelb, orange, rot, fast schwarz, purpur, violett, lavendel bis rosa, mit allen erdenklichen Zwischentönen und Farbschattierungen - jedoch außer blau. Dazu kommen noch die zweifarbigen und die geäugten Blüten, letztere teilweise mit Rändern in der z. B. purpurnen Augenfarbe und dazu ein gerüschter Goldrand. Der Blütendurchmesser reicht von 5 bis 16 cm, bei spinnenartigen bis über 30 cm. Ebenso ist die Blütenform sehr vielfältig von sternförmig bis rund und spinnenartig (Spider). Ursprünglich ist der Chromosomensatz vorwiegend diploid, nur bei einigen H. fulva triploid. Durch Colchicin-Behandlung gelang es um 1950, tetraploide Züchtungen hervorzubringen, was zu größeren Blüten auf stärkeren (manchmal steif wirkenden) Blütenstielen und zu einer besserer Substanz führte und für die weitere Züchtungsarbeit von immenser Bedeutung wurde. Einige Wildarten haben einen zarten Duft, z. B. Hemerocallis citrina (einschließlich ihrer Nachkommen), andere duften dafür gar nicht. |
| Vermehrung: Die Vermehrung der Taglilien erfolgt vegetativ durch Teilen der Horste in einzelne Fächer, da Aussaat nicht echt ausfällt sondern neue „Kinder“ / Mischungen erbringt. Pflanzzeit ist von März bis Anfang Oktober, der Pflanzabstand sollte 60 - 80 cm betragen. Um von einer neuen Züchtung schnell eine größere Stückzahl zu produzieren, bedient man sich der Gewebekultur (Meristem-Vermehrung). |
| Schädlinge: Der einzige Schädling der Taglilie ist die Hemerocallis- Gallmücke, die ihre Eier an die gerade entstehenden Knospen ablegt. Die sich entwickelnden Larven fressen diese von innen her auf und die Knospen werden nahezu kugelrund und verkrüppeln. Befallene Knospen sind unbedingt auszubrechen und über den Restmüll zu entsorgen. |
| Nutzung der Taglilie: Den meisten Bewunderern der Hemerocallis bei uns ist nur ihre Nutzung als Zierpflanze bekannt, doch die Braunrote Taglilie, auch Bahnwärter-Taglilie genannt (Hemerocallis fulva), wird in Ostasien als Heilpflanze und zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen verwendet, Blätter werden zu Seilen und Schuhen geknüpft. Die Kulturformen „Kwanzo“ und „Flore Pleno“ werden als Nahrungsmittel angebaut, wobei die gesamte Pflanze bis auf den Stängel verwertbar ist. |
| Verwendung in der Gartengestaltung: Die Taglilie gehört zu den Prachtstauden: Sonne ist Bedingung, Wasser und Dünger sind optimal. Ich pflanze sie als Solitär (Einzelstellung). Die gleiche Sorte kann sehr wohl 3-5 x wiederkehren, so dass das menschliche Auge sie in der Blütezeit zur Linie verbindet. Aber noch lieber pflanze ich von jeder Sorte nur eine, erstrecht als Taglilien-Fan. Das heißt, vor und nach der Blüte habe ich relativ gleich aussehende Blatthorste, zur Blütezeit habe ich die unterschiedlichsten Farben und kann damit spielen. Bei der Planung ist zu berücksichtigen, dass die Taglilie mit ihrem Blätterwerk bei guten Bedingungen innerhalb 5 Jahren einen Durchmesser von ca. 80 cm erreicht. Vor der Entwicklung der Blatthorste können hier noch Pflanzen zur Blüte kommen wie z. B. Trompetennarzissen. Das Laub der Narzissen wird, wenn es später gelb und unschön wird, von den Blättern der Taglilie milde zugedeckt. Und im nächsten Jahr ist die Narzisse wieder da. |
| Kübelkultur: Diese ist bei Taglilien total unproblematisch. Ich habe einige Hundert Kübel und Töpfe im Garten stehen - vom 11er-Topf bis zum 10 l-Kübel – die im Winter von allen Seiten durchfrieren: Ohne Schaden! Günstig ist es bei Herbstpflanzung vor Ende Oktober, noch besser im September, damit die Pflanze vor dem Winter noch einige neue Wurzeln treibt. Und natürlich ist es wichtig, eine Topferde von guter Struktur zu verwenden, die nicht bereits nach einem Jahr “vermatscht“, ja bei nassem Wetter schlammig ist, so dass die Wurzel erstickt. |
Deutsche Literatur:
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